Ein Foul ist ein Foul ist ein Foul

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Ich habe mich heute mal wieder beim Fußball über den ZDF-Kommentator des Spiels Algerien gegen Südkorea aufgeregt. Eigentlich versuche ich, da ganz gelassen zu bleiben, aber eine Formulierung stößt mir sauer auf, weil ich das Gefühl habe, dass sie auch in meinen Freundeskreis rüber schwabbt.

Die Situation: Nachspielzeit, es steht 4:2 für Algerien. Ein Südkoreaner kommt im Strafraum der Algerier an den Ball, schirmt ihn mit seinem Körper ab und wird durch einen Rempler eines Abwehrspielers zufall gebracht. Der Schiedsrichter ließ weiterspielen. Natürlich hätte ein Strafstoß nur noch Ergebnismakulatur bedeutet, denn innerhalb von 30 Sek. hätte Südkorea den Strafstoß nicht ausgeführt, Algerien nach deren Anstoß den Ball abgenommen und ein weiteres Tor zum Ausgleich erzielt. Aber das ist ja unerheblich, denn der Schiedsrichter soll (muss) die Situation unabhängig von Spielzeit, Ergebnis oder vorherigen Entscheidungen beurteilen.

Nun aber der Grund für meinen Ärger, denn über die Schiedsrichter bei dieser WM braucht man sich nicht ärgern, da käme man aus dem Ärger gar nicht mehr raus. Der Mann am Mikrofon meinte zu der oben beschriebenen Situation, dass das nicht für einen Strafstoß reichen würde. Da frage ich mich: „Warum nicht?“. Ist ein Foul an der Mittellinie eher pfeifwürdig als ein Foul im Strafraum? Muss für einen Strafstoß immer eine Mindesthärte überschritten werden? Wäre es ein Gegenstoß gewesen mit Foul an der Mittellinie, hätte der Schiedsrichter gepfiffen und vielleicht sogar gelb für ein taktisches Foul gegeben. Aber für einen Strafstoß reicht das nicht?

Wie seht ihr das? Rege ich mich zu sehr auf über eine Nichtigkeit auf? Oder kennt ihr ähnliche Kommentare, die euch auf die Palme bringen?

Und damit das nicht ein zu negativer Beitrag ist, hier ein kleines Video des WDR, dass die Stimmung wieder hebt:

via stevinho
Photo by fsbenencio